Forschung am Weizmann-Institut

Etwa die Hälfte aller Forschungsprojekte des Instituts sind in den Biowissenschaften angesiedelt, und wiederum die Hälfte davon dient der Krebsforschung.

Krebsforschung

Die Wissenschaftler des Instituts versuchen die Mechanismen zu verstehen, welche eine normale gesunde Zelle in eine Krebszelle verwandeln. Das Erkennen dieser Mechanismen könnte die Entwicklung von Therapien und Medikamenten ermöglichen, die diesen unerwünschten Prozess verhindern, um die körpereigenen Abwehrkräfte gegen den Krebs zu unterstützen.

So haben die Wissenschaftler beispielsweise einen eigenen Ansatz für die Transplantation von Knochenmark für Leukämie-Patienten, eine Methode für einen frühe nicht invasive Diagnose von Brustkrebs und eine Methode zum Abtöten cancerogener Zellen entwickelt, bei der sie einen von Chlorophyll abgeleiteten Stoff in die Nähe des Tumors injezieren und diesen mit Infrarotlicht bestrahlen (Chloropyll ist ein grüner Farbstoff, der in Pflanzen und einigen Bakterien enthalten ist.)

Diese Ansätze werden bereits in klinischen Versuchen an Menschen erprobt und wir hoffen, dass sie in nicht allzu langer Zeit Ärzten auf der ganzen Welt zur Verfügung stehen warden.

Gehirnforschung

Das Weizmann-Institut ist eines der weltweit wichtigsten Forschungszentren auf dem Gebiet der Gehirnforschung. Die Wissenschaftler des Instituts haben neue investigative Methoden zur Beobachtung der Hirnaktivitäten entwickelt. Das Ergebnis dieser fruchtbaren Zusammenarbeit von Mathematikern, Informatikern, Biologen und Chemikern die die Arbeitsweisen des Gehirns erforschen könnte dazu dienen, fortschrittliche Roboter und digitalisierte Sehhilfen zu konstruieren. Die Grundlagenforschung am Institut könnte dazu beitragen, Methoden zur Behandlung degenerativer Erkrankungen wie Parkinson zu entwickeln.

Multiple Sklerose

Bis vor wenigen Jahren gab es noch keine Behandlungsmöglichkeiten der Multiplen Sklerose, eine Krankheit in der das Immunsystem irrtümlicherweise das Gehirn angreift, was die betroffenen Patienten in ernsten Fällen lähmt oder sogar tötet. Heute sind zwei verschiedenen Arten von Medikamenten erhältlich, die beide von zwei getrennten Weizmann-Projekten abstammen.

Das eine Medikament heißt „Copaxone“, es wird von der Firma Teva Pharmaceutical Industries Ltd. hergestellt und vermarktet. Dank dieses Medikaments wuchs Teva von einer kleinen israelischen Firma zu einem großen internationalen Konzern heran.

Das andere Medikament heißt „Rebif“, hergestellt und vermarktet von der Firma InterPharm, die eigens dafür vom Pharma-Riesen Serono ganz in der Nähe des Weizmann-Instituts gegründet wurde. Rebif basiert auf dem Protein Interferon-Beta, das ebenfalls Bestandteil zweier weiterer Multiple-Sklerose-Medikamente ist.

Solarforschung 

Die Forschung auf diesem Gebiet sucht nach geeigneten Wegen, mit denen Sonnenenergie gesammelt, gespeichert und transportiert werden kann. Ein weiterer Zweig der Forschung ist die Herstellung leistungsfähiger und umweltfreundlicher Treibstoffe, etwa Wasserstoff, der unter der Verwendung von Solarenergie erzeugt werden kann.

Wissenschaft für die Jugend

Die Wissenschaftler des Weizmann-Instituts engagieren sich stark für die wissenschaftliche Bildung. Ihre Tätigkeiten auf diesem Gebiet reichen von der Entwicklung neuer Lehrpläne über Fortbildungen für Lehrer bis hin zum Entwurf spezieller Programme, die der Jugend die Wissenschaft nahe bringen und ihre Begeisterung für die wissenschaftlichen Forschung wecken sollen. Das Institut veranstaltet dazu unter anderem spezielle Ferienkurse für Jugendliche, die an Wissenschaft, Musik und Kunst interessiert sind.

Eine Besonderheit ist in diesem Zusammenhang ist der Clore-Wissenschaftspark, das erste interaktive Freilicht-Museum seiner Art. Seine Exponate ermöglichen den Besuchern verschiedene natürliche Phänomene aus erster Hand zu erfahren. So erfahren sie auf vergnügliche und ansprechende Weise mehr über die Welt, in der wir leben.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Weizmann-Instituts.