Zusammenarbeit mit der Max-Planck-Gesellschaft

Das Weizmann-Institut pflegt die ältesten Verbindungen aller israelischen Forschungszentren zum Forschungssektor in Deutschland. Jedes Jahr führt das Weizmann-Institutut rund 90 Forschungsprojekte zusammen mit deutschen Wissenschaftlern durch, sowohl in bilateralen Projekten als auch gemeinschaftlichen Forschungsvorhaben der EU. Eine besonders enge Beziehung pflegt das Weizmann-Institut mit der Max-Planck-Gesellschaft, beide knüpften bereits 1959 erste Beziehungen zwischen deutschen und israelischen Wissenschaftlern. Das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die gemeinsamen Forschungsvorhaben seit 1964 über Minerva, eine Tochtergesellschaft der Max-Planck-Gesellschaft, insgesamt mit etwa 200 Mio. Euro unterstützt.

MINERVA Stiftung GmbH

Die Minerva-Stiftung, ist das älteste und das traditionsreichste Kooperations-programm der Max-Planck-Gesellschaft mit Israel. Sie organisiert heute ein Austauschprogramm für Wissenschaftler (Kurz- und Langzeitstipendien, Minerva-Schulen, Symposien), bietet Programme zum Aufbau von Forschungszentren, zur Einrichtung von Nachwuchsgruppen und zur Projektförderung am Weizmann-Institut und arbeitet dabei mit sieben Universitäten und Forschungseinrichtungen in Israel zusammen.

Ada Yonath, Professorin am Weizmann-Institut, erhält den Chemie-Nobelpreis für gemeinsame Forschung mit der Max-Planck-Gesellschaft.

 

 

 

Die israelische Forscherin Ada Yonath hat zusammen mit den Amerikanern Venkatraman Ramakrishnan und Thomas A. Steitz den Nobelpreis für Chemie 2009 erhalten. Sie wird damit für ihre Forschungen zur Struktur und Funktion der Ribosomen ausgezeichnet, das sind Molekülkomplexe, die für das Leben notwendige Eiweißmoleküle aus der DNA-Erbinformation herstellen.

Ada Yonath entwickelte von 1979 bis 1983 als Gastprofessorin am Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik in Berlin die Grundlagen für die Kristallisation von Ribosomen. Von 1986 bis 2004 leitete sie eine Forschungsgruppe des Max-Planck-Instituts am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg; gleichzeitig war sie am Weizmann-Institut in Israel beschäftigt. In dieser Zeit hat sie unter anderem an dem DESY-Beschleuniger DORIS durch Röntgenkristallografie mit Synchrotronstrahlung grundlegende Untersuchungen durchgeführt, um die Struktur der Ribosomen zu erklären. Die nun bekannte Struktur des Ribosoms ermöglicht der Medizin neue Medikamente wie beispielsweise Antibiotika zu entwickeln.

Ada Yonath wurde 1939 in Jerusalem geboren. Sie promovierte über die Kristall-Untersuchung mit Röntgenstrahlung am Weizmann-Institut in Rehovot. Heute ist Ada Yonath Professorin für Molekularbiologie am Weizmann-Institut. Sie ist erst die vierte Frau, die den Chemie-Nobelpreis erhält.